Freitag, 9. Dezember 2016

Das Mehrzweckkampfflugzeug Saab 39 Gripen

Als in den 70er Jahren die Entwicklung des schwedischen Kampfflugzeugs Saab 37 Viggen abgeschlossen war, jedoch andere Länder keinerlei Interesse an diesem Flugzeug hatten, geriet der schwedische militärische Flugzeugbau in eine Krise, denn ein neues Fiasko konnte sich das Land kaum leisten. Um jedoch die Entlassung von 6000 Spezialisten zu verhindern, tauchte die Idee auf ein dennoch ein moderneres Kampfflugzeug zu entwickeln, das weitaus besser eingesetzt werden könne als die Viggen, jedoch auch viel billiger sein sollte, eine Maschine der Spitzenklasse mit der modernsten Technik. Das Ergebnis dieser Überlegung war, dass die schwedische Regierung sich 1983 dazu entschied erneut ein Kampfflugzeug zu finanzieren und schon ein Jahr später begann man am Prototyp Saab 91-1 Gripen zu bauen.

Ursprünglich war geplant dass der Prototyp JAS 39-1 bereits 1986 erstmals starten sollte, was sich jedoch auf Grund mehrerer technischen Probleme verzögerte, denn JAS sollte bedeuten dass die Maschine sowohl für die Jagd, den Angriff und die Aufklärung (Jakt, Attack, Spaning) eingesetzt werden sollte und über ein modernes Computersystem für die Steuerung verfügen sollte. Auf Grund der Verzögerung konnte der Testpilot Stig Holmström daher erst am 9. Dezember 1988 erstmals zu einem Probeflug starten. Obwohl Holmström den Flug 1000 Stunden lang am Simulator trainiert hatte, war seine Kritik nach dem Testflug deutlich: Der Computer reagiere viel zu sensibel um die Maschine sicher fliegen zu können.

Am 2. Februar 1989 zeigte sich dieses Problem erneut als der Prototyp der Saab 39 Gripen beim sechsten Probeflug in Schrott verwandelt wurde, der Pilot jedoch, wie durch ein Wunder, mit einem Armbruch davon kam. Beim Landeanflug kam es zu einem Kampf zwischen Piloten und Computersystem, den der Pilot verlieren musste, da der Computer jeden Befehl des Piloten innerhalb von Bruchteilen von Sekunden korrigieren wollte, wodurch der Pilot die Kontrolle über die Maschine verlor, was letztendlich mit einem Crash endete. Nach mehreren Anpassungen und der Entwicklung einer zweisitzigen Version für Nato-Einsätze entwickelte sich die Saab 39 Gripen dennoch zu einem Erfolgsmodell, das nun durch eine noch modernere Version ersetzt werden soll.


9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1910: Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1937: Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Der Hallandsåstunnel in Schonen (Skåne)

Am 8. Dezember 2015 wurde der Hallandsåstunnel offiziell eingeweiht und eine Woche später verkehrten dann auch die ersten Züge in den beiden 8,7 Kilometer langen Tunnelröhren, die gegenwärtig den längsten Eisenbahntunnel Schwedens ausmachen. Den Namen erhielt der Tunnel nach dem Höhenzug Hallandsåsen, der gewissermaßen die Trennungslinie zwischen den beiden Regionen Halland und Skåne ausmacht. Da diese Hügelkette bis zu 226 Meter hoch ist, war vor dem Bau des Tunnels der Eisenbahnverkehr entlang der Südwestküste Schwedens relativ problematisch und nur über einen Umweg möglich.

Von einem Tunnel durch den Hallandsåsen sprach man bereits 1975, auch wenn es dann zehn Jahre dauern sollte bis das Projekt erstmals auf den Schreibtischen der Regionalpolitikern lag. Bereits 1990 wusste man dass dieses Projekt mit einigen Problemen für die Umwelt verbunden war, aber man war überzeugt davon die Probleme zu meistern und als die Regierung dann ein Jahr später den Bau als notwendig betrachtete, gab es kein zurück. Ab 1992 waren die Bauarbeiter an ihrem Arbeitsplatz, im Gedanken, dass die Arbeit am Tunnel fünf Jahre dauern sollte und nicht einmal eine Milliarde Kronen kosten sollte, eine Annahme, die sich bald als Illusion herausstellen sollte.

Sehr bald reihte sich dann ein Problem an das andere, denn der eingesetzte Bohrer war für den Tunnel ungeeignet und man musste eine Spezialbohrer beschaffen und einsetzten, Zement konnte die Wasserlecks nicht dichten und die Spezialmasse aus Frankreich, die man anschließend als Dichtungsmasse verwendete, zeigte sich extrem giftig und führte zu einem gigantischen Fischsterben. Das Grundwasser der Höfe auf der Anhöhe senkte sich und brachte Probleme, die bis heute nicht vollständig beseitigt werden konnten. Auch an fünf Jahren Bauzeit war nicht zu denken, sondern sie wurde um 18 Jahre überschritten, bei Kosten die über zehnmal so hoch lagen als ursprünglich geplant.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1860: Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1912: Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Der schwedische Möbeldesigner Carl Malmsten

Carl Malmsten kam am 7. Dezember 1888 als Sohn eines bekannten Arztes unter dem Namen Charley Malmsten in Stockholm zur Welt und sollte im Grunde in die Fußstapfen des Vaters treten, obwohl ihm die Schule wenig zusagte. Als Malmsten nach seinem Militärdienst jedoch krank wurde, begab er sich zur Genesung nach Ägypten und hatte dort die Chance als Künstler zu arbeiten. Als er dann 1909 nach Stockholm zurückkehrte, wollte Malmsten von einem Studium nichts mehr wissen und er machte eine Lehre als Schreiner. Nach Ende seiner Ausbildung setzte der spätere Möbeldesigner im Selbststudium fort und begann auch in verschiedenen Architekturbüros zu arbeiten.

Bereits 1916 hatte Carl Malmsten dann seinen Durchbruch als Möbeldesigner, denn mit seinen ersten selbst geschaffenen Möbeln gewann er den ersten und den zweiten Preis der Ausschreibung für die Innenausstattung des Stockholmer Stadshuset (Rathaus), einer Einrichtung, die man dort noch heute vorfindet. Nach diesem großen Erfolg war Malmsten nahezu über Nacht einer der begehrtesten Möbeldesigner Schwedens geworden, der auch mit dazu beitrug ein sogenanntes schwedisches Design zu schaffen. In zahlreichen Häusern Schwedens findet man noch heute einzelne Möbel des Designers, der am 13. August 1972 auf Öland starb.

Carl Malmsten verband mit seinen Möbeln eine Philosophie, die er weitergeben wollte, unter anderem dadurch dass er eigene Schulen für Möbelschreiner schuf und einige seiner Schöpfungen auch serienmäßig herstellen ließ um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Einige wenige seiner klassischeren Modelle werden noch heute hergestellt. Die Stärke Malmgrens lag im Klassizismus, den er auch fortsetzte als in den 30er Jahren der Funktionalismus in Schweden seinen großen Durchbruch hatte. Seine bedeutendsten Werke dieser Zeit gehören zur Gruppe Swedish Grace, die eine gesamt Stilrichtung der Epoche ausmacht und, vor allem als Porzellan Rörstrands, auch heute noch die schwedische Bevölkerung anspricht.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 1979: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling
7. Dezember 2004: Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Dezember 2016

Die schwedische Textilkünstlerin Maria Adelborg

Maria Adelborg kam am 6. Dezember 1849 als Tochter eines Kommandeurs in Karlskrona zur Welt. Obwohl die Textilkünstlerin für die schwedische Kunst eine ebenso wichtige Rolle spielt wie ihre Schwester Ottilia Adelborg, ist über sie heute weitaus weniger bekannt als die sechs Jahre jüngere Schwester. Die ersten Spuren als Textilkünstlerin hinterlässt Adelborg 1886, als sie bei der legendären Textilkünstlerin Selma Giöbel als Musterzeichnerin beschäftigt war. Giöbel war dafür bekannt nur exklusive und ausgewählte Textilkunst zu bieten, was darauf schließen lässt, dass Adelborg vor dieser Beschäftigung eine künstlerische Ausbildung erhalten hatte.

Im Jahre 1889 unternahm Maria Adelborg mit Hilfe eines Stipendiums eine Studienreise nach Holland und nach Frankreich und 1895 eine weitere Studienreise nach England, was der Künstlerin ein sehr breites Wissen über die Textilkunst Europas bot. Im Jahre 1900 begann Adelbord dann für den Verein Handarbetets Vänner zu arbeiten, den Sophie Adlersparre bereits 1874 gegründet hatte und in dem auch Selma Giöbel aktiv war, wobei die Textilkünstlerin allerdings bereits 1894 wegen ihrer hohen Leistungen mit dem Sofie Adlersparre Preis ausgezeichnet worden war.

Maria Adelborg zählt heute mit zu den Textilkünstlern, die den Weg zu einer modernen Textilkunst öffneten, da sie den Farben einen wichtigen Stellenwert gab und Ornamente schuf, die sowohl in der profanen als auch der kirchlichen Kunst ihren Durchbruch hatte. Die Motive holte Adlersparre insbesondere aus der altnordischen Kunst und dem Mittelalter, wobei sie sich dabei der nationalromantischen Strömung Schwedens anpasste. Zu den bekanntesten und künstlerisch wertvollsten Werken gehören die Alben, beziehungsweise Stolen, die die Künstlerin für die Sofiakyrkan in Stockholm schuf. Ihr Trollteppich bei dem Adelborg mit alten Zauberzeichen der Trolle arbeitete, ist leider in Privatbesitz, ebenfalls ein einzigartiges Werk der Künstlerin, die am 23. April 1940 in Gagnef starb.


6. Dezember 1723: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
6. Dezember 1829: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
6. Dezember 1830: Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet
6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht
6. Dezember 1956: Das Valhallabadet (Walhallabad) in Göteborg
6. Dezember 1984: Prinzessin Sofia Hellqvist und Prinz Carl Philip 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 5. Dezember 2016

Der Dichter und Journalist Johan Nybom

Johan Nybom kam am 5. Dezember 1815 als Sohn eines Schuhmachers und Zollbeamten in Uppsala unter sehr bescheidenen Verhältnissen zur Welt. Da Nyblom sich als sehr intelligent zeigte, unterstützten ihn mehrere Bekannte des Vaters und ermöglichten ihm die Kathedralschule Uppsalas zu besuchen und, nach seiner Hochschulreife, die Universität Uppsala zu besuchen. Während Nybom seinen Traum Priester zu werden mangels seiner Leistungen aufgeben musste, zeigte er eine außerordentliche Fähigkeit als Dichter. Bereits als Student trat Nybom daher immer wieder als Repräsentant der Studentenschaft an die Öffentlichkeit, zeigte jedoch seine Fähigkeiten auch bei einigen Reisen durch Schweden.

Das neue Ziel Johan Nybloms war daher Dichter zu werden. Die ersten romantischen Gedichte veröffentlichte Nybom in verschiedenen Zeitschriften und Kalendern, wobei ihn jedoch auch in dieser Zeit nur die Unterstützung von Gönnern vom Leben in der Armut retteten. Um als Dichter Anerkennung zu finden, nahm Nyblom auch mehrmals an den Wettbewerben der Svenska Akademien teil, wo er jedoch 1838 für Sista Natten i Alhambra nur den Zweiten Preis erhielt, der ihm einige Jahre später erneut für ein späteres Werk verliehen wurde. Der Erfolg Nyboms als Dichter lag vor allem daran, dass er immer in der Zeitströmung blieb und die Sprache bis zur Perfektion meisterte.

Zwischen 1844 und 1848 veröffentlichte Johan Nyblom seine gesammelten Gedichte in vier Bänden und lebte vor allem von öffentlichen Vorträgen seiner Gedichte, aber auch davon, dass er jährlich eine gewisse Summe von der Svenska Akademien erhielt die an die bedeutendsten Dichter der Zeit vergeben wurde. Als Nyblom, der am 23. Mai 1889 in Västerås starb, im Jahre 1860 von Uppsala nach Västerås zog, folgte ihm zwar sein Ruhm, aber die Zeit als Dichter war vorbei. Nyblom begann daher als Journalist bei der Westmanlands läns tidning zu arbeiten, wo einer seiner Freunde aus Uppsala Chefredakteur war. Auch wenn Nyblom dort immer mehr dem Alkohol verfiel, konnte er bis zu seinem Tod als Journalist arbeiten.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt
5. Dezember 2013: Vom Kallax zum Luleå Airport 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Dezember 2016

Die schwedische Künstlerin Hanna Winge

Hanna Winge kam am 4. Dezember 1838 als unter dem Familiennamen Tengelin als Tochter eines Werkzeugschmieds in Göteborg zur Welt und gehörte mit zu den ersten Frauen Schwedens, die an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen wurde, nachdem sich Winge vorher fünf Jahre lang bei Johan Ringdahl auf die Prüfung vorbereitet hatte. Allerdings verließ Winge die Kunstakademie bereits 1867 wieder um den Künstler Mårten Eskil Winge zu heiraten und mit diesem allegorische Kindergruppen zu malen, zum Beispiel im Schloss Kulla Gunnarstorps in Skåne (Schonen).

Diese Zusammenarbeit mit ihrem Mann hinderte Hanna Winge jedoch nicht auch an ihrer eigenen künstlerischen Karriere weiterzuarbeiten. In diesem Bereich wandte sich Winge jedoch mehr und mehr von der Malerei ab und dem Kunsthandwerk zu, insbesondere der Textilkunst. Schon 1874 wurde Winge, gemeinsam mit Sofie Adlersparre, eine der Gründerinnen der Handarbetets vänner (Freund der Handarbeit) und war über Jahre hinweg auch die künstlerische Leiterin des Vereins. Diese erste Epoche als Textilkünstlerin zeichnet sich durch Werke aus, die sehr stark von altnordischen Motiven geprägt ist und ein Komplement der nationalromantischen Bewegung Schwedens war. Die um diese Zeit von Winge geschaffenen Muster wurden eine Beilage der Frauenzeitschrift Tidskrift för Hemmet.

Als Hanna Winge nur einige Jahre später von Studienreisen nach Deutschland und Italien zurückkehrte, ging die Textilkünstlerin von nationalromantischen Motiven auf kirchliche Motive über und schuf einige der bekanntesten kirchlichen Textilien Schwedens, unter anderem auch das Altartuch der Kathedrale in Uppsala. Dieses Altartuch ist eines der wenigen, die so bekannt wurden, dass sich zahlreiche andere Kirchen des Landes eine möglichst nahekommende Reproduktion dieses Altartuchs beschafften. Werke von Hanna Winge, die am 9. März 1896 in Göteborg starb, findet man heute insbesondere auch im Nationalmuseum und dem Nordischen Museum in Stockholm, aber auch in den Museen von Norrköping und Linköping.


4. Dezember 1676: Die Schlacht bei Lund, ein Tag in der Geschichte Schwedens
4. Dezember 1734: Der Schriftsteller und Pädagoge Johan Murberg
4. Dezember 1843: Schwedische Verleger beschließen eine gemeinsame Politik
4. Dezember 1895: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
4. Dezember 1896: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
4. Dezember 1926: SKF, Kugellager aus Schweden
4. Dezember 1994: Der Storeplansmord in Stockholm
4. Dezember 2010: Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische  Eisenbahn

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 3. Dezember 2016

Der Bauherr und Industrielle Willem de Besche

Willem de Besche kam am 3. Dezember 1573 als Sohn eines Architekten und Kaufmanns im belgischen Liège (Lüttich) zur Welt und ging im Alter von 22 Jahren nach  Schweden und ließ sich in Nyköping nieder. Der Grund für den Umzug war ein Auftrag als Baumeister für das Schloss Nyköping, das de Besche ab 1604 erbaute. Im Jahre 1610 wurde aus dem Baumeister dann der Inspektor einer Eisenhütte bei Nyköping, da Karl IX. die Eisengewinnung im Södermanland um diese Zeit massiv ausbauen wollte und dabei gleichzeitig Techniken aus anderen Ländern einführen wollte, zum anderen auch neue Städte entstehen sollten.

Ab 1604 hatte Willem de Besche dann zwei Aufgaben gleichzeitig, denn er folgte seinem Schwiegervater Peter Dionysius als Schlossbaumeister und er hatte die Aufgabe die Eisenwerke des Königs auszubauen und zu modernisieren. Sechs Jahre später hatte de Besche bereits acht Eisenhütten zu überwachen, wobei er dabei feststellte dass es es für die notwendigen Verbesserung der Leistung von Hochöfen in Schweden keine Arbeiter gab. Karl IX. erlaubte ihm daher die Fachkräfte aus Deutschland, Frankreich und Belgien zu holen, denen, unter anderem, auch unmittelbar die schwedische Staatsangehörigkeit verliehen wurde ohne dass sie die ursprüngliche Staatsbürgerschaft ablegen mussten. Auf diese Weise gelang es de Besche in Schweden sehr moderne Eisenhütten aufzuauen.

Bereits sehr früh hatte Willem de Besche auch begonnen, mit Zustimmung des Königs, ein eigenes Eisenwerk aufzubauen, auch wenn diese eigene Aktivität erst wirklich in Gang kam als er seinen Landsmann Louis de Geer kennenlernte, denn mit Hilfe von de Geers Geld erhielt de Besche von Gustav II. Adolf die Privilegien das Eisenwerk in Finspan zu betreiben. Während de Besche hierbei vor allem die Techniken erneuerte, agierte de Geer, der um diese Zeit noch kein schwedischer Staatsbürger war, als Kaufmann, denn dieser erkannte den immensen Waffenbedarf des Königs und gemeinsam errichteten die beiden daher die bedeutendste Waffenfabrik Schwedens, wobei die Waffen natürlich auch teilweise in den vom König genehmigten Export gingen. Als Willem de Besche am 10. Februar 1629 in Finspån starb, hatte er nahezu das gesamte Hüttenwesen Schwedens revolutioniert und Schweden zu einem Exportland von Eisen gemacht.


3. Dezember 1864: Die schwedische Künstlerin Anna Boberg
3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin