Samstag, 8. Juni 2013

Alf Robertson, vom Seemann zum Sänger

Alf Robertson wurde am 8. Juni 1941 in Göteborg geboren und hatte als Jugendlicher nicht im Entferntesten die Idee Musiker oder gar Sänger zu werden. Mit 15 heuerte er erst einmal auf der M/S Canada an und wurde im Laufe der Zeit zum Koch des Schiffes. Zehn Jahre lang fuhr Robertson zur See bevor er  sich entschloss wieder an Land zu gehen, wo ihn dann der Zufall zur Musik brachte, genauer genommen ein Aufenthalt in Stockholm.

In Stockholm entdeckte Alf Robertson ein Album des Countrysängers Bobby Bare, das ihn so stark beeindruckte, dass er sämtliche Texte der Scheibe übersetzte und die schwedischen Texte an die Plattenfirma Electra schickte. Dort fand man die Übersetzung ausgezeichnet und ein Produzent kam auf die Idee, dass Robertson seine Lieder doch am besten selbst singen sollte. Auf diese Weise entstand 1968 die erste Schallplatte des Sängers. Der Titel Riv inte vårt kvarter entwickelte sich zu einem absoluten Hit und landete selbst in den Svensktoppen.

Im Jahre 1971 zog Alf Robertson für einige Jahre nach Nashville, das seine zweite Heimat wurde und wo er sich näher mit der Country Music beschäftigen konnte. Sein Erfolg in Schweden war um diese Zeit nicht mehr aufzuhalten, erst mit Übersetzungen von Liedern amerikanischer Countrysängern, später auch mit seinen rund 150 eigenen Kompositionen und Texten. Insgesamt veröffentlichte Robertson etwa 50 Alben und bot damit eine enorme musikalische Breite. Auch der Erfolgshit Mitt Land, das später von sehr vielen schwedischen Sängern interpretiert wurde, unter anderem von Mikael Wiehe, war eine Übersetzung von Robertson. Robertson war nie ein guter Geschäftsmann und war bekannt dafür, dass er sehr häufig umsonst in Altersheimen und Krankenhäusern auftrat. Als die Estonia sank, sollte Alf Robertson im Grunde an Bord sein, aber eine Krankheit rettete ihn vom Tod, im Gegensatz zu seinem Freund. Robertson starb erst 2008 an einem Herzinfarkt.


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Copyright: Herbert Kårlin

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