Samstag, 25. März 2017

Die schwedische Künstlerin Wilhelmina Lagerholm

Wilhelmina Lagerholm wurde am 25. März 1826 als Tochter eines Landvermessers in Örebro geboren und hatte sehr früh eine Neigung zur Kunst. Auch wenn eine Frau um diese Zeit kaum Rechte hatte und in keiner Kunsthochschule aufgenommen wurde, halfen ihr die Eltern zu einer grundlegenden, wenn auch mehr privaten, Kunstausbildung von Ferdinand Fagerlin in Stockholm. Der Künstler verhalf Lagerholm auch zu einem Reisestipendium, das es ihr ermöglichte erst zwei Jahre lang Kunst in Paris zu studieren und anschließend ihr Studium noch in Düsseldorf fortzusetzen, erneut bei Fagerlin.

Wilhelmina Lagerholm schätzte die Selbständigkeit in Frankreich und Deutschland, war jedoch nach wenigen Jahren gezwungen nach Örebro zurückzukehren, da sie als einzige unverheiratete Tochter die Eltern pflegen musste. Während der ersten Jahre malte Lagerholm insbesondere Porträts der Bürgerschicht, ging jedoch mehr und mehr zur Malerei des Alltagslebens des 17. Jahrhunderts über. Noch mehr begann die Künstlerin dann jedoch die Fotografie zu interessieren und 1862, nur sechs Jahre nachdem Frauen in Schweden auch als mündig erklärt werden konnten, richtete sie das erste Fotoatelier in Örebro ein, das sie bis 1871 mit großem Erfolg betrieb.

Im Jahre 1871 entschied sich Wilhelmina Lagerholm nach Stockholm zu ziehen, gab dabei auch die Fotografie wieder auf und entwickelte sich zu einer der angesehensten Porträtmalerinnen der schwedischen Hauptstadt. Im gleichen Jahr wurde sie auch als Nachwuchskünstlerin von der Kunstakademie agreiert, was in jener Zeit für Frauen eine der wichtigsten Anerkennungen als Künstler war, da dies als Vorstufe für eine Mitgliedschaft bildete. Gemälde von Lagerholm, die am 19. Juni 1919 in Stockholm starb, findet man sowohl im Nationalmuseum in Stockholm als auch im Kunstmuseum in Göteborg.


25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden
25. März 1975: Die schwedische Sängerin Sofia Karlsson
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. März 2017

Die Opernsängerin Eufrosyne Abrahamson

Eufrosyne Abrahamson kam am 24. März 1836 als Tochter einer Kaufmannsfamilie mit dem Familiennamen Leman zur Welt und begann mit sechzehn Jahren bei Julius Günther eine Ausbildung als Sängerin. 1955 kamen Abrahamsons ersten Konzerte und am 16. Mai 1855 sang die Opernsängerin als Pamina in der Zauberflöte. Noch im gleichen Jahr entschloss sich Abrahamson nach Paris zu gehen um bei Gilbert-Louis Duprez ihre Gesangsausbildung zu beenden, gleichzeitig aber auch um in den Pariser Salons und den Kirchen der französischen Hauptstadt aufzutreten.

Nach Ende ihrer Ausbildung wurde Eufrosyne Abrahamnso beim Teatre de Oriente in Madrid engagiert um dort als Elvira in Giuseppe Verdis Oper Ernani aufzutreten. Nur ein Jahr später hatte die Opernsängerin die Spitze ihrer Karriere erreicht und ging nach Wien um dort die bekanntesten lyrischen Szenen jener Zeit zu singen. Bereits am 1. April 1859, gerade einmal 23 Jahre alt, sollte Abrahamson dann in Wien ihre letzte große Gesangsrolle präsentieren, nämlich als Adalgisa in Vincezo Bellinis Oper Norma, denn im Herbst des gleichen Jahres heiratete die Opernsängerin August Abrahamson und beendete damit gleichzeitig ihre Karriere.

Während ihrer Ehe widmete sich Eufrosyne Abrahamson insbesondere der Wohltätigkeit und der Kunst, abgesehen von einigen kleineren Auftritten in Göteborg, wo sich das Ehepaar niedergelassen hatte. Auch die Wahl in die Musikalische Akademie im Jahre 1868 konnte die Sängerin nicht zur Opernbühne zurücklocken und nur ein Jahr später starb die Opernsängerin. Nach ihrem Tode vermachte der Ehemann 25.000 Kronen, was heute rund 16 Millionen Kronen entspräche, der Musikakademie. Das Geld sollte der Ausbildung von Talenten dienen.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1938: Die schwedische Künstlerin Ulrica Vallien
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 23. März 2017

Der pazifistische Baptist Helge Åkeson

Als Helge Åkeson am 23. März 1904 in Lindesberg starb, gehörte er zu den wenigen Schweden die eine eigne freireligiöse Gemeinschaft geschaffen hatten, die erst 1994 im Helgelseförbundet aufging, der sich wiederum drei Jahre später der Vereinigung der evangelischen Freikirchen anschloss. Zudem gehörte der baptistische Prediger zu jenen Personen, die die Bibel aus dem Altgriechischen übersetzten um dem Originaltext so nahe wie möglich zu kommen. Helge Åkeson ist daher aus der Religionsgeschichte Schwedens nicht wegzudenken.

Helge Åkeson war im Jahr 1831 als Sohn eines wohlhabenden Landwirts in Hult bei Helsingborg zur Welt gekommen und konnte seine Leselust als Kind nur mit der Hausbibel stillen, wobei er vom Vater dazu aufgefordert wurde das Werk nicht nur zu lesen, sondern auch danach zu leben. Auch wenn sich Åkeson an diesen Rat hielt, so ließ in der protestantische Glaube weitgehend unberührt, was sich erst änderte als er mit 17 Jahren erstmals die Zeitschrift Bibelvännen in die Hände bekam. Diese Zeitschrift überzeugte Åkeson davon dass ganz Schweden das Evangelium und die Bibelworte benötigte. Als Åkeson dann 1856 nach Stockholm reiste um an einem religiösen Treffen der Evangeliska Alliansen teilzunehmen, traf er den Baptist Anders Wiberg und dessen Zeitschrift Evangelisten. Dieses Treffen überzeugte Åkeson davon Baptist zu werden, und nur ein Jahr später ließ er taufen.

Nach seiner Taufe zum Baptisten wurde Helge Åkeson erst fliegender Händler für die Schriften der Baptisten und bald darauf Prediger. Bereits 1872 wurde Åkeson jedoch von den Baptisten ausgeschlossen, da er eigene Theorien geltend machte, unter anderem die ewige Strafe der Hölle in eine zeitbegrenzte Strafe verwandelte und pazifistische Gedenken in die christliche Lehre einfügte. Diese Exklusion von den Baptisten brachte Åkeson indes nur einen größeren Zulauf und bald hatte er in der gesamten südlichen Hälfte Schwedens den Fribaptistsamfundet gegründet, der die Lehre Åkesons zur Basis hatte und den Prediger, der seine Glaubenstheorie nicht nur lehrte, sondern auch lebte, zu einem religiösen Vorbild erhoben.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

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Mittwoch, 22. März 2017

Der schwedische Künstler Axel Kulle

Axel Kulle kam am 22. März 1846 als Sohn eines Bierbrauers und Gastwirts in Lund zur Welt und begann, bevor er sich für die Kunst entschied, eine Lehre als Maler, was ihn jedoch wenig befriedigte. Daher bereitete er sich in seiner Freizeit auf ein Kunststudium vor und schrieb sich 1865 an der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach Ende seines Studiums im Jahre 1873 kehrte Kulle zurück nach Lund und begann sich langsam als Maler von Alltagsmotiven durchzusetzen, wobei sämtliche Gemälde jener Jahre vom Kunstverein in Lund gekauft wurden.

1875 entschied sich Axel Kulle seine Kunststudien in Düsseldorf fortzusetzen, wo er bis 1880 blieb und vor allem Ferdiand Fagerlin als Lehrer hatte. Von Düsseldorf aus schickte Kulle zahlreiche bedeutende Gemälde nach Schweden, unter anderem auch das Gemälde  Kyrkoråd i Skåne, das man heute in der Nationalgalerie in Stockholm finden kann. Stipendien im Jahre 1880 ermöglichten es Kulle seine Kunststudien weitere drei Jahre lang in Paris fortzusetzen, wo sich der Künstler vor allem mit der Freiluftmalerei auseinandersetzte und begann mit helleren und kräftigeren Farben zu arbeiten.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1883 malte Axel Kulle weiterhin Alltagsmotive, aber auch Porträts und Stillleben. 1887 wurde der Künstler in die Kunstakademie aufgenommen und begann dort auch als Lehrer zu arbeiten, wobei er sich allerdings wenig um die Erneuerung der Kunst kümmerte, auch wenn Kulle diese Forderung der Opponenterna mit unterschrieb. In diesen Jahren betrieb Axel Kulle, der am 27. Februar 1908 in Stockholm starb, auch eine eigene Kunstschule im Stil der Düsseldorfer Schule, der auch der Künstler selbst zugeordnet wird. Da Kulle als zurückgezogener Eigenbrötler galt, gelang es ihm nie wirklich bekannt zu werden, auch wenn man seine Gemälde in den bedeutendsten Museen Schwedens finden kann.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

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Dienstag, 21. März 2017

Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen

Helene Henschen kam am 21. März 1940 in Solna zur Welt und verbrachte ihre Kindeheit und ihre Jugend in Stockholm. Obwohl Henschen Designerin war, Bücher illustrierte und als Buchautorin arbeitete, ist über sie nur sehr wenig bekannt. Henschen hatte am Konstfack Textilkunst studiert und trat 1965 erstmals groß an die Öffentlichkeit. Bei einem Modehappening hatte sie Veronica Nygren und Kristina Torsson aus ihrer Studienzeit wiedergetroffen und die drei Frauen stellten fest dass sie sie alle drei nahezu eine identische Mode schufen. Sie entschieden sich daher ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das den Namen Mah-Jong tragen sollte.

Die nächsten Jahre verknüpfte sich das Leben Helena Henschens vollkommen mit jenem ihrer Freundinnen, denn Mah-Jong sollte weiche, farbenprächtige Mode verbreiten, verbunden mit der Ideologie dass die Kleidung auch auf den Menschen und sein Verhalten einwirke. Der Name Mah-Jong sollte ausdrücken dass die drei Frauen politisch der Ideologie des damaligen China folgten. Trotz der relativ einfach gehaltenen Kleider, die die drei Frauen schufen, wurden sie Ende der 60er Jahre die bedeutendste Modeerscheinung Schwedens, was vermutlich auch dazu führte dass Mah-Jong 1977 aufgelöst wurde und Helene Henschen danach wieder eigene Wege ging.

In den Folgejahren folgte Helena Henschen zwar ihrer politisch linken Linie, ging jedoch von der Mode über zum Schreiben und der Illustration von Kinderbüchern. Henschen schrieb mehrere Jahre lang vor allem für Zeitschriften wie das Marxistiskt Forum, Moderna Tider und SKP, hatte jedoch auch einige Buchprojekte im Kopf. Im Jahre 2004 erschien dann der erste Roman Henschens unter dem Titel I skuggan av en brott, einen Roman über den Mord von Sydows, der sich in der Familie ihrer Mutter ausgetragen hatte. Vier Jahre später kam der Roman Hon älskade, der wiederum die Geschichte ihrer Großmutter väterlicherseits war, die Tochter des Kunstmäzens Ernest Thiel. Helena Henschen starb am 27. Januar 2011 an einer Gehirnblutung.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

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Montag, 20. März 2017

Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal

Lars Herman Gyllenhaal wurde am 20. März 1790 als Sohn eines Gutsbesitzers auf Gut Härlingstorp im Västragötland geboren und erhielt eine standesgemäße Ausbildung, die ihm erlaubte sich 1802, im Alter von zwölf Jahren, an der Universität Uppsala einzuschreiben um dort Jura zu studieren. Sechs Jahre später legte Gyllenhaal dann bereits das Kanzleiexamen und das Juraexamen für das Hovrätt ab und wurde als Kanzleiangestellter im Staatsdienst aufgenommen. 1828 wurde Gyllenhaal zudem der oberste Richter für das Västernorrland und acht Jahre später Präsident des Göta Hovrätt.

Bald hatte Lars Herman Gyllenhaal auch das Vertrauen des Königs Karl XIV. Johan und wurde mit zahlreichen Vertrauensaufträgen betraut, wobei der Jurist ab 1827 auch große Teile der königlichen Besitztümer verwaltete. Auch wenn sich Gyllenhaal als Richter und später als Präsident des obersten Gerichtes des Västergötlands sehr wohl fühlte, ernannte ihn der König 1843 zum Justizstaatsminister und Gyllenhaal sollte eine politische Rolle einnehmen, da dieses Amt als Ministerpräsident und gleichzeitig Justizminister das wichtigste und bedeutendste Amt unter dem König war. Der Jurist war gezwungen den Auftrag zu akzeptieren, trat jedoch bereits ein Jahr später von seinem Amt zurück, als Oscar I. König Schwedens wurde.

Aber auch unter Oscar I. konnte Lars Herman Gyllenhaal der Politik nicht entkommen, da der König eine extrem konservative angesehene Person benötigte, die in der Lage war die Vier-Stände-Regierung zu verteidigen und den Parlamentarismus zu verhindern. Oscar I. hatte die französische Revolution von 1848 vor Augen und das Freiheitsstreben der anderen europäischen Länder und sah nur Gyllenhaal in der Lage die Ordnung in Schweden aufrecht zu halten und dabei das bestehende System zu verteidigen, was dem Juristen auch tatsächlich gelang. Allerdings war dies auch die einzige bedeutende Leistung Gyllenhaals, der am 22. Dezember 1858 auf seinem Gut Härlingstorp starb.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. März 2017

Der Katarinahissen in Stockholm

Am 19. März 1883 um elf Uhr Vormittags weihte Kronprinz Gustaf (Gustav V.) einen Aufzug in Stockholm ein, der damals Elevatorn genannt wurde und heute als der Katarinahissen bekannt ist. Bereits zwei Jahre früher hatte Ingenieur Knut Lindmark von der Stadt den Auftrag für einen Aufzug mit Fußgängerbrücke erhalten, der den Zugang zu den Höhen Södermalms in Stockholm erleichtern sollte. Allerdings musste Lindmark für den Bau des Aufzugs zu ausländischen Fachkräften greifen, für den Bau zu einem belgischen Unternehmen und für die Maschinerie des Aufzugs zu einer amerikanischen Firma, da entsprechende Fachkräfte in Schweden nicht zu finden waren.

Der Katarinahissen, der zu Beginn mit Dampfdruck betrieben wurde und erst 1915 einen elektrischen Motor erhielt, erleichterte nicht nur den Zugang Södermalms, sondern war gleichzeitig eine Attraktion, die viele aus Vergnügen und für die herrliche Aussicht benutzten. Schon zu Beginn benutzten täglich rund 1500 Personen den Katarinahissen, dessen Auffahrt fünf Öre kostete und die Gegenrichtung noch drei Öhre, was heute drei Kronen, beziehungsweise 2,50 Kronen entspräche. Die Haupteinnahme waren jedoch nicht die Fahrten, sondern die Reklame, denn der imposante Turm eignete sich ideal für die großen Reklameschilder Stockholmer Unternehmen.

Im Jahr 1933 wurde dieser erste Katarinahissen geschlossen und nur wenige Monate später wurde er abgerissen, gleichzeitig als der Verkehrsknotenpunkt Slussen umgebaut wurde. Nur drei Jahre später wurde jedoch ein neuer Katarinahissen eingeweiht, eine Sehenswürdigkeit, die noch heute die Augen anzieht, auch wenn der Aufzug nach einer Renovierung und dem Ende der Bauarbeiten am Slussen bis voraussichtlich 2019 außer Betrieb bleiben wird. Das Stahlgerüst erinnert heute sehr deutlich an die Vergangenheit Stockholms und nur die neue Reklameschilder weisen den Weg in die Gegenwart.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 18. März 2017

Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens

Als Gustaf Lundberg am 18. März 1786 in Stockholm starb, galt er als der produktivste Künstler des Landes, der zudem seine Kunst in eine Goldgrube verwandelt hatte. Der Erfolg des Malers lag vor allem daran, dass er sowohl in Frankreich als auch in Schweden nahezu alle wichtigen Persönlichkeiten gemalt hatte und von einer angesehenen Familie an die nächste weiterempfohlen wurde. Während seiner rund 60-jährigen Karriere als Künstler hatte Lundberg über 300 Porträts gemalt, teilweise zu Preisen, die heute noch die meisten Künstler erblassen lassen, denn 1500 Kupfertaler, also knapp 45.000 heutige Kronen, galten bei Lundberg noch als Freundschaftspreis.

Gustaf Lundberg kam am 17. August 1695 als Sohn eines königlichen Küchenchefs in Stockholm zur Welt, wurde jedoch, wegen dem frühen Tod seines Vaters, von seinem Großvater mütterlicherseits erzogen, der als Goldschmied arbeitete und familiär mit mehreren Künstlern verbunden war. Auf diese Weise geriet auch Lundberg sehr früh zur Kunst und begann 1712 eine künstlerische Ausbildung bei David von Krafft, Fünf Jahre später entschied sich Lundberg, auf Anraten Kraffts, sein Studium in Paris zu vervollständige, dem Zentrum der Porträtmalerei jener Zeit. Trotz zahlreicher Beschränkungen, die ein protestantischer Maler im katholischen Frankreich hatte, blieb Lundberg in Paris und versorgte sich die ersten Jahre insbesondere durch das Porträtieren von Schweden, die sich in Paris aufhielten.

Als die italienische Pastellmalerin Rosalba Carriere 1721 für ein Jahr nach Paris kam, wurde Gustaf Lundberg ihr einziger Schüler und lernte ihre heimliche Methode Pastellfarbe zu fixieren. Diese Kenntnis verhalf Lundberg dazu rund 20 Jahre lang der führende Porträtmaler in Paris zu werden, da außer ihm niemand in Frankreich seine Pastelltechnik kannte. Mit dieser Voraussetzung wurde Lundberg natürlich auch in Schweden als der größte Porträtmaler seiner Zeit betrachtet, obwohl der Künstler bei seinen Techniken des Malens teilweise nicht an andere Künstler heranreichte und in seinen Gemälden mehrere Stilbrüche zu finden sind. Arbeiten des Künstlers findet man heute nicht nur im Nationalmuseum in Stockholm, sondern auch im Schloss Drottningholm, im Schloss Gripsholm und der staatlichen Porträtsammlung Schwedens.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 17. März 2017

Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming

Wilhelm Klemming wurde am 17. März 1862 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm geboren und begann nach seiner Hochschulreife im Jahre 1879 ein Architekturstudium an der Königlich Technischen Hochschule. Da Klemming dieses Studium jedoch als zu theoretisch und langweilig empfand, wechselte er 1880 zur Technischen Schule in Stockholm über. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete Klemming zwei Jahre lang bei einem renommierten Architekturbüro der schwedischen Hauptstadt und gewann dabei die praktische Erfahrung, die ihm 1884 den Weg zu einem eigenen Architekturbüro ebnete.

Bereits wenige Jahre nachdem Wilhelm Klemming sein eigenes Architekturbüro gegründet hatte, erhielt er den Auftrag das Klara-Bad in Stockholm umzubauen, was seine Karriere in eine völlig neue Bahn bringen sollte, denn der Auftraggeber ging pleite, Klemming übernahm das Bad, baute es aus und um, und schuf damit eine der besten Badeeinrichtungen Stockholms. Als er sein Bad einige Jahre später an die staatliche Eisenbahn verkaufen musste, da diese das Grundstück benötigte, errichtete Klemming 1904 das Centralbad auf Norrmalm, ein vorbildlicher Bau im Jugendstil. Ab dieser Zeit erhielt Klemming dann zahlreiche Aufträge für Badeeinrichtungen und wurde eine schwedische Referenz für Hallenbäder.

Gegen 1915 gab Wilhelm Klemming sein Architekturbüro auf um mehr als architektonischer Meinungsbildner in Stockholm zu arbeiten. Durch Vorträge und die Arbeit mit zahlreichen Vereinen propagierte er das angelsächsische Vorstadtbild und die Einrichtung von amerikanischen Parkanlagen. Mit Hilfe von zahlreiche Artikel wollte er auch Grünflächen in der Stadtplanung einflechten um die Betonstadt Stockholm grüner und menschlicher zu gestalten. Auf diese Weise prägte Klemming das Stadtbild Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das heute noch an vielen Stellen der Stadt deutlich zu finden ist, und dies, ohne selbst noch intensiv als Architekt zu arbeiten.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. März 2017

Die schwedische Radrennfahrerin Susanne Ljungskog

Susanne Ljungskog kam am 16. März 1976 bei Halmstad zur Welt und entdeckte bei der suche nach einer zu ihr am besten passenden Sportart mit zwölf Jahren das Fahrrad. Als Ljungskog dann mit 14 Jahren die schwedische Jugendmeisterschaft beim Rennen in Kungsbacka gewann, gab es für die Sportlerin kein Zurück mehr. Ab dieser Zeit war es für die spätere Radrennfahrerin klar dass sie nicht nur zur Weltelite gehören, sondern die Spitze darunter einnehmen wollte. Als Ljungskog 1995 ihre Hochschulreife in der Tasche hatte, setzte sie ganz auf den Radsport und fand in Klas Johansson einen idealen Trainer, aber der Weg zum Welterfolg schien dennoch in die Ferne zu rücken.

Als auch 1997 die Weltmeisterschaft noch in der Ferne lag, entschloss sich Susanne Ljungskog einiges zu ändern, vor allem aber ihr Training mit Hilfe aller möglichen Tests zu individualisieren, aber auch jedes Training zu überwachen und an Details zu arbeiten. Zur gleichen Zeit entschied sich Ljungskog auch von der Benutzung der Standardfahrrädern der Sportverbände abzugehen und ließ sich ein an sie angepasstes Fahrrad bauen. Das Ergebnis dieser Entscheidungen zeigte sich dann bereits 1998, denn Susanne Ljungskog gewann in diesem Jahr in Uppsala die Europameisterschaft und hatte damit den ersten Schritt zu ihrem Ziel erreicht.

Durch ein nahezu exzessives Training gelang es Susanne Ljungskog dann sowohl 2002 als auch 2003 die Weltmeisterschaft im Sprint zu gewinnen. Das nächste Ziel, das die Sportlerin danach anstrebte, war olympisches Gold, das ihr jedoch sowohl 2004 als auch 2008 versagt blieb, auch wenn Ljungskog nun zu den besten Radsportlerinnen Schwedens gehörte. Die Hoffnung, die beste Radrennfahrerin weltweit zu werden, zerschlug sich dann im Jahre 2009, als man bei Ljungskog eine genetisch bedingte Blutkrankheit entdeckte, die Hämochromatose, und ein Jahr später musste die Sportlerin einsehen dass der Radsport für sie zu Ende war. Immerhin war einer der ersten Käufe der Sportlerin nach Ende der Karriere der Kauf eines ganz gewöhnlichen neuen Fahrrads.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1892: Die Kinderzeitschrift Kamratposten
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist

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Mittwoch, 15. März 2017

Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg

Anna Fredrika Ehrenborg, geborene Carlqvist, kam am 15. März 1794 als Tochter eines Händlers in Karlstad zur Welt. Da der Vater jedoch sehr früh starb, wurde das Mädchen von einer einfachen Bürgerfamilie adoptiert. Da Ehrenborg mit dem strengen Heim mit einer kaum gebildeten neuen Mutter kaum zurecht kam, heiratete sie bereits mit 17 Jahren den Beamten und Politiker Casper Ehrenborg. Da sie kaum eine Bildung vermittelt bekommen hatte, stürzte sich die junge Frau nach der Ehe in Selbststudien und bekam in kurzer Zeit auch fünf Kinder.

Als 1823 der Ehemann von Anna Fredrika Ehrenborg plötzlich starb, verließ sie mit ihren Kindern Stockholm und zog auf eines der Güter des Mannes. In dieser Zeit kam für Ehrenborg auch die große Wende, die ihre Zukunft prägen sollte, denn die bis dahin kaum religiöse Frau erinnerte sich nun an die Lektüre des christlichen Mannes, der ein starker Anhänger Emanuel Swedenborgs war. In diesem Glauben, der das Leben auf Erden und im Himmel verbindet, fand Ehrenborg eine enorme Stärke. Sie studierte alle Schriften Swedenborgs und wurde in nur wenigen Jahren eine der stärksten Vertreterinnen des Denkers, da Ehrenborg die Philosophie Swedenborgs in Kindererzählungen, Reisebereichte und religiöse Schriften einbettete, die sie später herausgab.

Als Schriftstellerin trat Anna Fredrika Ehrenborg erstmals 1845 hervor, als sie ihren sehr moralisierenden Roman Skildringar ur det husliga lifvet veröffentlichte, der ihre religiöse Einstellung zum Mystiker und Theosophen Swedenborg sehr deutlich ausdrückt. Auf Anraten der Schriftstellerin Sophie von Knorring widmete sich Ehrenborg nach ihrem ersten Roman vor allem der Literatur für Kinder, die unter dem Titel Läsning för barn veröffentlicht wurden. Die kritischsten Bücher Ehrenborgs erschienen erst ab 1860, als sie die schwedische Kirche mehr oder weniger offen kritisierte und die Philosophie Swedenborgs in eine neues Licht setzte, indem die Schriftstellerin, die am 20. Mai 1873 in Linköping starb, Swedenborgs Sittentheorien in ihren Werken verteidigte und das Moralverständnis relativierte.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 14. März 2017

Axel Jungstedt, Künstler und Kunstprofessor

Als Axel Jungstedt am 14. März 1933 in Stockholm starb, galt er als einer der bedeutendsten Porträtmaler Schwedens, der ab 1890 nicht weniger als 340 Porträts gemalt hatte, wobei 28 davon den schwedischen König Oscar II. darstellten. Jungstedt porträtierte in diesen Jahren nahezu jede bedeutende Persönlichkeit Stockholms und schuf damit ein bedeutendes kulturelles Erbe. Werke des Künstlers findet man heute im Nationalmuseum in Stockholm, dem Kunstmuseum in Göteborg, aber auch im Nationalmuseum in Oslo und jenem in Kopenhagen. Die Porträts Jungstedts zeichnen sich insbesondere durch den meist sehr neutralen Hintergrund aus, so dass die Persönlichkeit des Abgebildeten in den Vordergrund rückt.

Axel Jungstedt kam am 17. März 1859 als Sohn eines Zollbeamten zur Welt und studierte von 1878 bis 1883 unter Edvard Perséus an der Kunstakademie der schwedischen Hauptstadt. Nach Abschluss seines Studiums begab sich Jungstedt auf eine vierjährige Studienreise, die ihn nach Deutschland, Italien, die Schweiz und vor allem nach Frankreich führte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahr 1888 wurde Jungstedt Lehrer an der Kunstakademie um 1909 dort auch zum Professor ernannt zu werden, eine Aufgabe, die er bis 1924 beibehielt. Während der ersten Jahre in Stockholm, arbeitete der Künstler allerdings nicht nur an der Kunstakademie, sondern hatte hatte für mehrere Jahre zudem eine eigene Künstlerschule an der er insgesamt 117 schwedische Künstler ausbildete.

Als Axel Jungstedt nach seiner Studienreise nach Stockholm zurückkam, widmete er sich insbesondere der Freilichtmalerei im klassischen Stil Schwedens, eine Kunstrichtung, die er auch seinen Schülern, in etwas veränderten Weise auch Elsa Beskow, weitergab. Bis Jungstedt Ende der 90er Jahre nahezu ganz zur Porträtmalerei überging, entstanden einige seiner künstlerisch vermutlich wertvollsten Bilder, die, unter anderem, auch die Schären vor Stockholm darstellen. In diesen Jahren entstanden auch mehrere Deckenmalereien in Kirche und Theatern, die die Vielseitigkeit des Künstlers zeigen und nicht nur die nahezu perfekte Kunst, die Jungstedt bei seinen Porträts zeigt.


14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre
14. März 1709: Sten Carl Bielke, Wissenschaftler und Politiker
14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1812: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
14. März 1816: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
14. März 1886: Die Textilkünstlerin und Innenausstatterin Elsa Gullberg
14. März 1907: Der nordschwedische Schriftsteller Björn-Erik Höijer
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens
14. März 1922: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 13. März 2017

Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson

Olof Björnsson, mit lateinischen Namen Olaus Beronis genannt, starb am 13. März 1332 in unbekanntem Alter als katholischer Erzbischof in Uppsala. Die größte bekannte Leistung Björnssons einige Jahre vor seinem Tod war die Änderung des Gesetzes des Hälsingelagen (alte Gesetzessammlung des Hälsinglands), denn nach dieser Gesetzessammlung wurde in der Region immer noch das bereits seit Jahren königlich verbotene sogenannte göttliche Gesetz der järnbörd praktiziert, eine Strafe, die als göttlich betrachtet wurde. Um die Unschuld zu beweisen, mussten mutmaßliche Täter mehrere Schritte mit glühendem Eisen in den Händen gehen oder mit nackten Füssen über glühendes Eisen gehen ohne hinterher einen Brandschaden zu zeigen. Björnsson gelang es ein endgültiges Verbot dieser Beweisführung durchzusetzen.

Olof Björnsson wurde von Erzbischof Esger 1314 in Lund zum Erzbischof geweiht, was bedeutende Proteste von Seiten Uppsalas auslöste, da man dies als Unterwerfung unter den Stift Lund betrachtete. Um dieses Problem zu beseitigen, war Olaus Beronis auch der letzte schwedische, katholische Erzbischof, der in Lund geweiht wurde. Da der Papst bereits 1312 eine sogenannte Kreuzzugsteuer von all seinen Kirchengemeinden forderte, war Olaus Björning auch derjenige, der diese Steuer in Schweden einführte, was ihn allerdings auch kaum im schwedischen Reich beliebt machte.

Während Olof Björnsson während des Nyköpings Gästabud (Gastmahl von Nyköping) nur eine geringe Rolle spielte, so war er der erste Erzbischof Schwedens, der sich sehr eifrig dabei zeigte die Samen zum „richtigen“ Glauben zu führen, in ihrem Land eine Siedlungspolitik zu betreiben und dort vor allem auch Steuern für die Kirche zu kassieren. Sein Eigeninteresse zeigte sich dabei deutlich durch die Tatsache, dass er sich in Umeå und am Lule älv Güter und Land aneignete und in mehreren Gegenden Nordschwedens das Fischrecht beanspruchte. Man kann daher auch davon ausgehen dass mit Björnsson die offizielle Kolonisation Lapplands einsetzte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. März 2017

Der Sänger und Musiker Owe Thörnqvist

Owe Thörnqvist wurde am 12. März 1929 unter dem Namen Ove Törnqvist als Sohn eines Fabrikanten in Uppsala geboren und begann nach seiner Hochschulreife ein Jurastudium an der Universität Uppsala, ohne dieses allerdings je abzuschließen. In seiner Jugend träumte Thörnkvist allerdings nicht von einer Karriere als Sänger, sondern dachte mehr an den Boxkampf, und wurde Distriktmeister der Region. Während seiner Studienzeit ging Thörnqvist dann jedoch mehr und mehr zur Musik über und 1953 kam bereits sein erster Hit Rumba i Engelska Parken.

Auch wenn Owe Thörnqvist die ersten Jahre mehr in Revuen sang und mit Melodien der Zeit Erfolg hatte, gehörte er nur zwei Jahre später mit zu den ersten schwedischen Musikern und Sängern, die Rock ins Land brachten, ein Schritt, der für Thörnqvist über den Boogie ging. Nur ein Jahr nachdem Elvis Presley in den USA seinen Durchbruch hatte, war Thörnqvist der erste Schwede, der bei seinem Titel Rotmosrock, den Begriff Rock mit in einem Songtitel hatte. Wie bei seinen anderen Kollegen jener Jahre, handelte es sich natürlich um schwedischen Rock, der auch in der Landessprache gesungen wurde.

Im Jahre 1965 erlitt die Karriere von Owe Thörnqvist dann jedoch einen Knick, denn er schlug einen berauschen Besucher seines Konzerts nieder, der, in seinen Augen, die Show störte. Die Folge davon war dass Thörnqvist von Radiostationen und Journalisten boykottiert wurde. Die Reaktion Törnqvists darauf war, dass er nach Spanien zog, wo er immer noch einen Wohnsitz hat, neben Florida und Schweden. In den 70er Jahren kehrte Thörnqvist zurück zur schwedischen Bühne um wieder regelmäßig aufzutreten und Schallplatten zu produzieren. Auch wenn Thörnqvist 2009 in Stockholm sein Abschiedskonzert gab, kehrte er 2017 mit Boogieman Blues als Teilnehmer der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest auf die Bühne zurück und wurde vom Publikum auf Anhieb in das schwedische Finale gewählt.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1899: Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. März 2017

Lewi Pethrus, eine bedeutender Führer der Pfingstbewegung

Lewi Pethrus kam am 11. März 1884 unter dem Namen Petrus Lewi Johansson als Sohn eines Fabrikarbeiters und Predigers in Vargön zur Welt, ließ sich 1899 von den Baptisten taufen und begann anschließend als Prediger, erst in Norwegen, danach in Bengtsfors zu arbeiten. Schon 1906 wurde Pethrus dann Pastor der Baptistenversammlung in Lidköping und Vorstand der Filadelfiaförsamling in Stockholm, die sich allerdings bereits 1913 von den Baptisten löste und letztendlich eine führende Position in der Pfingstbewegung Schwedens einnahm.

Mit der Entstehung der Pfingstbewegung entwickelte sich Lewi Pethrus gewissermaßen zum Führer der schwedischen Bewegung, denn er war Mitgründer der jährlichen Konferenz Nyhemsveckan, er gründete die Kristet samhällsansvar (KSA), die dafür sorgen sollte dass mehr Mitglieder der Pfingstbewegung ins Parlament kommen, er gründete die christliche Partei Kristen Demokratisk Samling  (KDS), die heutigen Christdemokraten, schuf die Zeitung Dagen, bei der er Chefredakteur war, und er gründete die freie Radiostation IBRA Radio, die auch in Fremdsprachen sendete. Selbst die Bank Pingstbanken-Samspar geht auf Pethrus zurück. Diese Aktivitäten führten auch dazu dass Pethrus die Pfingstbewegung zu einer ernst zu nehmenden christlichen Versammlung in Schweden machte.

Der größte Erfolg von Lewi Pethrus kam jedoch 1959, als er die LP-Stiftung (Lewi Pethrus Stiftung) gründete um dort für die Rehabilitation von Alkoholikern und Drogenabhängigen zu arbeiten, wobei die Stiftung ihre Arbeit mit einer industriellen Aktivität verknüpfte. In den 60er Jahren wurde die LP-Stiftung als das erfolgreichste Rehabilitationszentrum Schwedens betrachtet. Pethrus war für die Einhaltung einer konservativen christlichen Moral und legte einen hohen Wert auf die ethischen Regeln der Religion. Als daher Alf Svensson, nach Birger Ekstedt, Vorsitzender der Partei KDS (Kristen Demokratisk Samling) gab er die Unterstützung der Partei auf, da Svensson nicht mehr seiner Vorstellung eines christlichen Parteiführers entsprach. Lewi Pethrus starb am 4. September 1974 in Stockholm.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg
11. März 1960: Der schwedische Sänger Tommy Nilsson
11. März 1981: Die Öresundsvarvet in Landskrona

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. März 2017

Der schwedische Kaufmann Niclas Sahlgren

Als Niclas Sahlgren am 10. März 1776 in Göteborg starb, vermachte er 150.000 Silbertaler der Stadt, mit der Auflage ein Krankenhaus aufzubauen. Sahlgren ist daher als der Gründer des heutigen Sahlgrenska Universitätskrankenhauses zu betrachten, das auch seinen Namen trägt. Wenn man bedenkt, dass die 150.000 Silbertaler heute einen Wert von etwa zehn Millionen Kronen hätten, so versteht man wie bedeutend diese Spende war, in einer Zeit, als die Krankenversorgung sehr schlecht und die Armut der Bevölkerung bedeutend war. Aus letzterem Grund vermachte Sahlgren auch die doppelte Summe noch an ein zu gründendes Kinderheim.

Niclas Sahlgren kam am 18. März 1701 als Sohn eines Politikers mit englischer Mutter in Göteborg zur Welt und wurde im Alter von 16 Jahren nach Holland geschickt um dort beim Handelshaus Tietzen & Schröder eine gediegene Handelsausbildung zu erhalten. Nach dieser Ausbildung reiste er mit Jonas Alströmer durch die verschiedensten Länder um sich überall Kenntnisse zum internationalen Handel anzueignen, wobei sich Sahlgren auch für die technische Entwicklung in diesen Ländern interessierte. Als seine Mutter, Sara Herwegh, im Jahre 1729  starb, kehrte Niclas Sahlgren nach Göteborg zurück und begann, dank eines entsprechenden Erbes, seine kaufmännischen Aktivitäten.

Zurück in Göteborg investierte Niclas Sahlgren insbesondere bei der in der Gründung stehenden Ostindienkompanie, bei der er auch, dank seiner Kenntnisse und internationalen Verbindungen, bald als Direktor eingesetzt wurde. Der Asienhandel sollte sich für Sahlgren als Goldgrube zeigen, denn nicht nur dass der Gewinn der Gesellschaft zwischen 1731 und 1768 bei knapp 2000 Prozent lag, Sahlgren erhielt auch Gelder als Direktor und durch den Exporthandel, den er mit den importierten Waren betrieb. Bei seinem Tod galt Niclas Sahlgren als der reichste Mann Schwedens und all seine Spenden machten kaum zwölf Prozent seines Gesamtvermögens aus.


10. März 1383: Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson
10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

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